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Was ist Stottern?
Stottern besteht aus Unterbrechungen des Redeflusses in Form von Blockaden („---------Block”), Wiederholungen von Wortteilen („ka-ka-ka-kalt”) oder Dehnungen („wwwwwaarm”). Stottern ist häufig mit übermäßiger Anstrengung beim Sprechen verbunden. Die Anstrengung wird in auffälligen Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur oder in zusätzlichen Bewegungen vom Kopf, Arm oder Oberkörper sichtbar.
Im Moment des Stotterns weiß der Stotternde genau, was er sagen möchte, ist aber nicht in der Lage, es störungsfrei auszusprechen. Er verliert die Kontrolle über seinen Sprechapparat. Keine zwei Menschen stottern auf die selbe Art und Weise. Die Schwere des Stotterns kann bei einer einzelnen Person je nach Situation, Wörtern, Gefühlslage oder körperlicher Verfassung stark schwanken.
Wie wirkt sich Stottern auf das Leben der stotternden Menschen aus?
Viele stotternde Menschen vermeiden Wörter oder Situationen, bei denen sie fürchten, stottern zu müssen. Alltägliche Situationen, wie der Kauf einer Fahrkarte, können für stotternde Menschen eine große Belastung darstellen. Die Angst vor dem Stottern und der Wunsch, es zu vermeiden, kann das gesamte Leben beherrschen. Ausbildung, Freunde und Freizeitaktivitäten werden eventuell nicht nach den tatsächlichen Wünschen gewählt, sondern danach, wenig sprechen zu müssen. Negative Reaktionen der Menschen, wie Hohn und Ablehnung, aber auch Mitleid oder Verlegenheit können noch dazu beitragen, dass sich die stotternde Person zurückzieht.
Was kann man mit dem Stottern machen?
Es gibt keine allgemeine als wirksam anerkannte Therapie. Aber man kann die Symptomatik in Richtung auf eine flüssigere, sozial akzeptierte Sprechweise verändern. Dadurch werden die Probleme oft schon erheblich vermindert.
In den regelmäßigen Treffen der Selbsthilfegruppen kann über die psychischen Probleme geredet werden. Das trägt zum Abbau der Angst und der Scham bei. Der Stotternde erhält ein objektiveres Bild von seiner Störung. Damit gewinnt er die Freiheit, Techniken und Fähigkeiten zu erlernen, mit denen er über die Sprechunflüssigkeiten leichter hinweg kommt und langfristig deren Auftreten reduzieren kann. Durch Rollenspiele werden soziale Fähigkeiten gelernt und geübt.
Was will der Verein?
• die Lebenssituation des Stotternden verbessern
• die Stotternden aus ihrer Isolation holen
• Seminare veranstalten zum Informationsaustausch
• die Therapiemöglichkeiten erweitern und verbessern
Ziele und Aufgaben der Stotterer-Selbsthilfe Bayern e.V.
Der Landesverband vertritt das Hauptziel, die Lebenssituation stotternder Menschen zu verbessern. Stotternde dürfen in ihrer Kommunikation und Teilnahme am öffentlichen Leben nicht eingeschränkt sein. Wir helfen den Betroffenen, ihren Weg zu finden, um Stottern besser bewältigen zu können.
Um diese Ziele zu erreichen, engagieren wir uns in vielfältiger Weise.
• Wir unterstützen die Arbeit der elf lokalen Selbshilfegruppen in Bayern, denn diese bilden die Basis, also das Rückgrad der Selbsthilfe. Dabei halten wir zu ihnen Kontakt, stehen für Fragen von ihrer Seite aus zur Verfügung und übernehmen bei größeren Projekten auch Organisatorische Aufgaben.
• Des weitere organisieren wir jährlich verschiedene Seminare. Deren Inhalt geht von Sprechtechniken über Persönlichkeitsbildung bis zum Erfahrungsaustausch, deckt also ein breites Specktrum ab. die Seminare sind ein Angebot für Betroffene, die weiter an ihrem Sprechen arbeiten möchten, also Experten in eigener Sache werden wollen.
• Weitere Aufgaben sind die Öffentlichkeitsarbeit, um Vorurteilen und Stigmatisierung entgegenzutreten. Durch Aufklärung und Beratung der betroffenen Eltern, sowie in Kindergärten und Schulen wollen wir dafür sorgen, dass Stottern möglichst frühzeitig erkannt und behandelt wird.

